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Als meine Frau, meine beiden beeinträchtigten Kinder und ich von dem plötzlichen Tod unseres erst ausgebildeten Therapiehund erfahren haben, war zwischen Trauer, Zorn und Ängsten jedes Gefühl präsent. Besonders der ältere der Jungs hatte große Schwierigkeiten den Verlust seines “Freundes und Beschützers” zu verarbeiten und hatte fast jede Nacht Schlafprobleme.
Der finanzielle “Schaden” durch den Tod des ausgebildeten und geprüften Therapiehundes hat meine Frau und mich ziemlich überfordert, denn es war für uns beide sofort klar, dass diese Investition nicht nochmal leistbar sein würde für uns. Da auch der Anbau eines Aufzuges in Planung war, steckten wir in dem Dilemma, dass ein neuer Hund ausgebildet werden müsste, um damit den Jungs eine neue Stütze zu schaffen aber Einkünfte für die Umbauten am Haus nicht annähernd ausreichend wären.
Über einen Bekannten, welcher bei der Landesflugrettung arbeitet, wurde der Kontakt zum BNF hergestellt. Das erste Treffen mit den Mitarbeitern empfanden wir als angenehm. Das Gefühl Hilfe in Anspruch, besonders finanzielle Hilfe, zu nehmen war ziemlich unangenehm. Nach unserem Ermessen waren wir keine “armen” Menschen, sondern wir konnten für Essen und Trinken sorgen und wir hatten das Gefühl, dass es sicherlich Menschen geben würde, denen es noch schlechter gehen würde. Es war ein Gefühl, dass wir vielleicht anderen Menschen etwas wegnehmen würden. Dieses Gefühl konnte aber durch die Gespräche mit den BNF-Mitarbeiterinnen abgefangen und gedämpft werden.
Durch die schnelle und unkomplizierte finanzielle Unterstützung durch den BNF konnten wir als Familie wieder einen Therapiehund anschaffen und ausbilden lassen. Der geplante Aufzug wurde schlussendlich nicht gebaut, da sich die gesundheitliche Situation der Jungs durch einen dreimonatigen Aufenthalt in einer Klinik in Deutschland doch deutlich stabilisiert hatte. Wir nutzten die Rücklagen und die Unterstützung, um mit den Kindern (damals beide unter 10 Jahren) bei der Operation und der Rehabilitation dabei sein zu können. Diese gemeinsame und intensive Zeit in der Reha-Klinik hat uns sehr dabei geholfen die Verbesserung der gesundheitlichen Lage voranzutreiben. Dies war eine Phase, in der wir als Familie stark zusammengerückt sind, zusammenrücken konnten.
Heute geht es den beiden Jungs ziemlich gut, sie sind in der Pubertät und verhalten sich wie alle anderen Jugendlichen. Sie können sich weiterhin zu Fuß fortbewegen und benötigen nur für längere Strecken einen Rollstuhl. Durch die Corona-Pandemie konnten wir die Ausbildung des neuen Therapiehundes leider nicht mit einer Prüfung abschließen, wobei er alle Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernt hatte und nur noch das Prüf-Zertifikat gefehlt hatte.
Mailo, so hieß der Hund ist leider im vergangenen Frühjahr an einer akuten Erkrankung verstorben. Die Jungs konnten aber diesen Abschied aktiv mitgestalten und haben es so auch geschafft mit der erneuten Trauer gut umzugehen. Durch das nun höhere Alter und der stabilen gesundheitlichen Situation haben wir gemeinsam entschieden keinen weiteren Therapiehund auszubilden. Uns geht es damit gut.
Nach der positiven Erfahrung und großzügigen Unterstützung durch den BNF im Jahr 2018/2019 haben wir wieder Mut und Zuversicht schöpfen können. Die unermüdliche Arbeit des BNF zeigt sich weniger in ständiger Medienpräsenz, aber sehr wohl durch konkrete Hilfe für Menschen in Not. Dies ist unserer Ansicht nach ein großer positiver Punkt für die Menschen, die Hilfe angeboten Bekommen.
Aber wir denken auch, dass etwas mehr Medienpräsenz kein Nachteil wäre, da die wertvolle Arbeit auch von all jenen gesehen werden würde, die durch ihre Spendenbereitschaft einen kleinen Einblick in ihr Werk bekommen könnten.
Menschen in Not, die sich nicht trauen um Hilfe zu fragen, können wir nur sagen: “Trauts euch”. Wir selbst hatten damals nicht den Mut, sondern hatten einen Fürsprecher, der den ersten Schritt für uns gemacht hat. Deshalb wünschen wir uns mehr solcher engagierter Fürsprecher, die all jene beim ersten Schritt begleiten, wenn es um Hilfsmöglichkeiten geht.
