Vom Schicksalsschlag zur neuen Hoffnung

In den ersten Tagen und Wochen nachdem mein Mann verunglückt war, hieß es für mich einfach erstmal zu begreifen was passiert ist und später nur zu funktionieren. Gefühle mussten erstmals außen vor bleiben, da ich zur damaligen Zeit drei kleine Kinder hatte, für die ich den Alltag einigermaßen aufrechterhalten musste. Natürlich hatte ich große Sorgen, wie es weitergehen sollte. Wie ich es mit drei Kindern hinkriegen sollte. Da wir eine Lebensversicherung abgeschlossen hatten, war ich zuerst wegen der Schulden nicht besorgt, da ich der Meinung war, dass die Summe abgedeckt war. Als ich allerdings mit der Versicherungsgesellschaft telefonierte, habe ich die Rückmeldung erhalten, dass der Versicherungsagent einen großen Fehler bei den Begünstigten gemacht hatte. Unsere Anweisung war, dass im Notfall das Geld ich oder mein Mann erhalten muss, er aber die gesetzlichen Erben angegeben hatte und somit die größere Summe an meine Kinder ging und ich nur ein Drittel erhielt. Da brach für mich eine Welt zusammen und mir wurde der Boden unter den Füßen ein zweites Mal weggezogen. In dieser Zeit haben mir Freunde meines Mannes mitgeteilt, dass für unsere Familie ein Spendenkonto beim BNF eingerichtet worden war.

So kam ich über die Freunde meines Mannes das erste Mal in Kontakt mit dem BNF. Ich war vorher immer der Meinung, dass diese Organisation nur für Bauern zuständig ist und hatte keine Ahnung was der Bäuerliche Notstandsfonds eigentlich ist und für alle Menschen in Notlagen da ist. Zur damaligen Zeit wurde ich dann von Frau Obwexer Sigrid kontaktiert und zu einem Gespräch ins Büro eingeladen. Ich hatte ein sehr angenehmes Gespräch mit Frau Obwexer, die mir sehr einfühlsam und verständlich alles erklärte. Für mich war es ein sehr komisches Gefühl plötzlich Spenden von fremden Menschen zu bekommen und vor allem hat mich am Anfang ein großes Gefühl der Scham begleitet. Frau Obwexer hat mir auch in dieser Sicht sehr weitergeholfen und mir das Gefühl gegeben, dass diese Spenden ja auch für die Zukunft der Kinder sehr wichtig sind und ich mich überhaupt nicht schämen muss, diese anzunehmen.

Ich wurde über längere Zeit von Frau Obwexer und Frau Alber begleitet. Sobald mehrere Spenden eingetroffen waren, bekam ich eine Liste zugeschickt. Nach einem Gespräch habe ich vereinbart, dass ich den Spendern/innen gerne selbst persönlich eine Dankeskarte zuschicken möchte. Der Bäuerliche Notstandsfonds hat mir dazu dann auch noch die Karten zur Verfügung gestellt. Es war mir einfach besonders wichtig mich persönlich bei den Spendern/innen bedanken zu können und die Zusammenarbeit mit dem Büro hat sehr gut funktioniert. Sie haben mich sehr gut unterstützt. Auch, dass die Hilfe so unkompliziert ankam, und ich soweit nichts mehr machen musste, war eine große Entlastung für mich und gab mir im Laufe der Zeit wieder Hoffnung zurück, dass ich es schaffen kann.

Heute geht es meinen Kindern und mir gut. Wir haben uns ein neues Leben aufgebaut, das nur mit der damaligen Hilfe und der Unterstützung über den Bäuerlichen Notstandsfonds möglich war.

Die Arbeit, Hilfe und Unterstützung des BNF hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich habe selbst erfahren dürfen, wie unkompliziert und schnell die Hilfe von statten ging und wirklich jeder Cent der gespendet wird bei den Menschen ankommt. Hier wird nicht nur geredet, sondern die Hilfe findet wirklich konkret statt. Ich bin dieser Organisation und den Menschen die dort arbeiten unendlich dankbar für ihre Arbeit und ihren Einsatz. Ohne den BNF wäre Südtirol um ein ganzes Stück Menschlichkeit ärmer.

Ich würde Menschen in Notsituationen raten sich an den BNF zu wenden und sich beraten zu lassen. Auch wenn die Scham am Anfang groß ist und es Überwindung braucht Hilfe anzunehmen, ist die Hilfe, die man bekommt oft entscheidend für den weiteren Lebensweg. Ich bin heute noch dankbar, dass sich andere Menschen für unsere Familie an den BNF gewandt haben, da ich selbst nicht einmal gewusst hätte, dass ich dort Hilfe erhalten kann.

Vielen Dank allen die unserer Familie in dieser schwierigen Zeit geholfen haben.