Zwischen Therapie, Alltag und finanziellen Sorgen

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Mein Mann ist vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt – Kopftumor. Es konnte eine OP gemacht werden, bei der der Tumor nicht ganz entfernt werden konnte und wir so nun schon seit 16 Jahren mit einem immer wiederkehrenden Tumor leben.

Damals waren unsere Kinder noch klein, 5, 7 und 10 Jahre alt, dennoch ging es nach der 1. OP relativ gut weiter und wir hatten keine größeren Geldprobleme…. dann haben wir unser Haus gebaut und dann kam die 2. OP mit anschließender Bestrahlung – Neuorientierung im Beruf mit geringerem Gehalt. Mein Vater, der auch mit uns im Haus wohnte, war zu dieser Zeit auch schon Krebskrank und ist leider 2014 verstorben…jetzt war es so weit, dass wir finanziell nicht mehr die nötigen Mittel aufbringen konnten. Unsere Kinder benötigten alle 3 eine Zahnspange, Tilgung des Darlehens usw.

Meine Tante, auch Bäuerin, hat mich auf Sie aufmerksam gemacht und mir geraten, ich solle doch eine Anfrage stellen. Anfangs dachten wir sogar, das wäre nur für Bauernfamilien. Wir haben lange hin und her überlegt und auch gedacht, es gibt doch sicherlich Menschen und Familien, denen es noch schlechter geht, und es kostete mich tatsächlich große Überwindung um anzusuchen. Man fühlt sich irgendwie ohnmächtig, wenn man sein eigenes Leben nicht mehr finanzieren kann, obwohl man doch arbeitet…

Das Ansuchen war unkompliziert und die Unterstützung kam so rasch, dass wir es kaum glauben konnten.

Das Team des BNF war immer freundlich, geduldig und hilfsbereit, alles war so unkompliziert im Gegensatz zu den öffentlichen Stellen. Die Rechnungen der Zahnspangen konnten wir einfach an Sie weiterleiten und alles ging viel leichter…. wir konnten uns erholen und hatten weniger Sorgen…uns fielen Steine vom Herzen….

Unsere Kinder sind heute erwachsen, sie wohnen noch alle zu Hause, haben ihren Weg gemacht und stehen uns immer zur Seite. Ich arbeite immer noch Teilzeit und auch mein Mann konnte mit dem 104er Gesetz in seiner “alten” Firma übernommen werden und verrichtet für 4 Stunden am Tag Büroarbeiten.

Wir sind überzeugt, würde es den Bäuerlichen Notstandsfonds nicht geben, müssten viele Menschen ihr Hab und Gut hergeben, denn von Seiten der öffentlichen Stellen, dauert alles viel zu lange. Immer wird alles mit der Steuererklärung berechnet – es bringt halt nichts, wenn ich letztes Jahr noch ein gutes Einkommen hatte und jetzt nicht mehr – und monatlich Schulden zu begleichen habe und das tägliche Leben mit 3 Kindern zu finanzieren habe, da geht das Geld schnell zu Ende.

Das Aufzeigen der Schicksale und auch wie die Unterstützungen ankommen, zeigt wie wichtig der BNF ist und wie unbürokratisch geholfen werden kann und Gott sei Dank gibt es in Südtirol Menschen, die immer wieder spenden.

 

Anderen Betroffenen möchte ich sagen, dass es nicht schlimm ist Hilfe anzunehmen. Man hat sich sein Schicksal nicht ausgesucht und schon gar nicht hat man sich absichtlich in eine solche Situation gebracht. Wenn man die Sorge “Finanzen” mal bei Seite legen kann, dann trägt das auch zur Genesung bei und das ganze Famlienleben verläuft wesentlich entspanter, vor allem für die Kinder, die immer spüren, wenn es den Eltern nicht gut geht.